Testament: Kombination aus handschriftlichen Worten und Pfeildiagrammen unzulässig

Entscheidung des OLG Frankfurt vom 11.2.2013, AZ: 20 W 542/11

Das Gericht hatte folgenden Fall zu prüfen: ein Erblasser hatte ein Schriftstück verfasst, welches eindeutig ein Testament darstellte. Allerdings hatte er darin nicht nur Worte und Sätze handschriftlich verfasst, darüber hinaus hatte er auch Pfeildiagramme eingefügt. Nach seinem Ableben kam es zwischen den im Testament eingesetzten Erben und den gesetzlichen Erben, die nicht im Testament erwähnt waren, zum Streit, ob das Testament formgültig war.

Das OLG Frankfurt war der Meinung dass das Testament nicht formgültig ist. Es begründete seine Ansicht insbesondere damit, dass die Anordnung eines letzten Willen im Testament in Bildern oder Pfeilen nicht der gesetzlichen Schriftform entspricht. Es mangelt den Pfeildiagramme an der grundsätzlichen Funktion der Sicherstellung der Echtheit der Erklärung des Erblassers, also der Frage, ob die Erklärung vom Erblasser stammt oder nicht. Während bei handschriftlichen Formulierungen sichergestellt ist, dass sie vom Erblasser stammen, ist dies bei Bildern oder Pfeildiagramme nicht der Fall. Hier könnte zu leicht von Seiten Dritter manipuliert werden.

Auch hier lässt sich wiederum festhalten, dass eine einfache Beratung beim Rechtsanwalt diesen Irrtum des Erblassers beseitigt hätte. Er hätte sein Testament formwirksam errichtet und der Streit unter den Hinterbliebenen wäre in dieser Form nicht entstanden.

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