Später nachträglicher Beitritt eines Ehegatten zum Testament des anderen

Ein gemeinschaftliches Testament gem. § 2265 BGB kann nur von Ehegatten oder von Lebenspartnern im Sinne von § 1 LPartG errichtet werden. In einem derartigen Testament werden die letztwilligen Verfügungen der beiden Personen zusammengefasst. Beim eigenhändigen gemeinschaftlichen Testament ist dabei folgende Formerleichterung vorgesehen: Einer der Ehegatten schreibt die letztwilligen Verfügungen nieder und unterzeichnet sie. Der andere Ehegatte muß zum Zeichen seines Einverständnisses lediglich seine Unterschrift hinzufügen, ohne den erklärten Text nochmals zu wiederholen.

 

Das OLG München hatte nun über die Frage zu entscheiden, ob ein gemeinschaftliches Testament auch dann wirksam errichtet werden kann, wenn der andere Ehegatte erst nach längerer Zeit beitreten möchte.

 

Das OLG München hat dies bejaht. Voraussetzung ist dabei, dass der Ehegatte, der das Testament zunächst geschrieben hat, noch am Leben ist, und er selbst auch den Willen zur gemeinschaftlichen Testierung noch hat (Entscheidung OLG München vom 1.12.2011, AZ: 31 Wx 249/10).

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